Andacht aus der September-Baustelle:

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk,
das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Prediger 3,11

 

Mit diesem Monatsspruch im September wird unsere Aufmerksamkeit auf das Lebensende gelenkt. Denn dies 3. Kapitel beginnt mit den Worten: "Ein jegliches hat seine Zeit, geboren werden und sterben hat seine Zeit" Und dann wird dort gesagt, das jeder von uns in seinem Herzen eine Ahnung hat, dass unsere Existenz mehr umfasst als die Zeit auf dieser Erde!!

Es ist oft skeptisch gefragt worden, woher denn die Christen das so genau wissen wollen? Ich frage zurück: Wie sollte man eine so undenkbare Sache wie 'Ewigkeit' auch nur denken können, wenn es sie gar nicht gäbe? Und wer kann uns denn im Gegenteil beweisen, dass nach dem Tod alles aus sein soll? Nein, wir halten es mit diesem Jahrtausende alten Wort der Bibel: "Gott hat die Ewigkeit in ihr Herz gelegt!"

Im tiefsten Inneren wissen es alle genau, dass ihre Menschenjahre in den großen Zusammenhang fest eingewoben sind, der Ewigkeit genannt wird und über den Gott der Herr ist. Nicht ob es eine Ewigkeit gibt ist also zu diskutieren. Die einzig entscheidende Frage lautet, wo wir die Ewigkeit zubringen werden.

Die Bibel sagt uns mit vielen Bildern, in etlichen Gleichnissen und Erklärungen der Apostel, dass es hier zwei Möglichkeiten gibt: Wir können die Ewigkeit zubringen in der Gemeinschaft mit Gott dem Vater, oder in der ewigen Trennung von ihm. Das soll keine Angstmache sein, sondern es ist deshalb so deutlich gesagt, damit es doch nicht so komme, dass wir in Ewigkeit ohne den Vater im Himmel sind. Wir sind eingeladen zu einem LEBEN mit ihm, damit einmal auch unser STERBEN in ihm geschehen kann und wir in seiner Gegenwart das ewige Leben haben. Wir sind eingeladen, seine Kinder zu sein. Geborgen wie Kinder. Sorglos wie Kinder. Versorgt wie Kinder - selbst und grade an der Stelle, an der kein anderer mehr für uns sorgen kann: Wenn unser Tag gekommen ist und es über uns heißt: Für dich hat das Sterben jetzt seine Zeit. Sofern wir Kinder Gottes sind, können wir auch im Schwersten und Dunkelsten getröstet sein. Und sofern wir keine Kinder Gottes sind, sind wir doch eingeladen, es zu werden.

GOTT sagt: Du, Mensch, ich habe doch meine Ewigkeit in dein Herz gelegt, damit du sie mit mir zubringen kannst. Damit du geborgen sein wirst in meinem Haus, wenn du einmal hier dein Haus verlassen musst. Lass dich einladen, von heute an mit mir zu leben.

 

Pastor Frank Schröder

Andacht aus der August-Baustelle:

 

Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,

bleibt in Gott und Gott in ihm.
(1. Joh. 4,16)

 

 Treffender lässt sich die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen kaum ausdrücken. Im Umfeld des Verses gibt es drei „Liebesbewegungen“.
 Die erste und entscheidende Bewegung der Liebe geht von Gott aus zu uns Menschen. Gott hat uns seinen Sohn gesandt. Darin wird seine große Liebe zu uns unüberbietbar deutlich (V. 9). Dabei ist die Richtung der Liebe entscheidend: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe erwiesen (V. 10). Wir können Gott aus eigener Kraft keine Liebe entgegenbringen. Deshalb hat Gott seinen Sohn Mensch werden lassen, damit seine Liebe uns zuerst berührt und Versöhnung von Gott her möglich wird.
 Die zweite Bewegung der Liebe folgt daraus: „Ihr Lieben, hat uns Gott geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben“ (V. 11). Weil Gott uns mit seiner Liebe beschenkt, sollen und können wir uns auch untereinander lieben. Voraussetzung ist allerdings, dass wir uns Gottes Liebe „gefallen lassen“, dass wir seine Liebe in unser Herz lassen. Ein altes Bild für den Empfang und die Weitergabe von Gottes Liebe ist ein Schalenbrunnen: Das Wasser des Brunnens ergießt sich von der obersten Schale an über den Rand und füllt jeweils die darunter liegende Schale. So soll und kann die Liebe Gottes unser eigenes Leben und das unserer Mitmenschen erfüllen. Auf diese Weise können wir weitergeben, was wir von Gott empfangen - nicht mehr und nicht weniger. Aber aufgepasst: Wer mehr versucht zu geben, als er empfangen hat, erschöpft damit seine eigenen und begrenzten Kräfte.
 Schließlich gibt es noch eine dritte Bewegung der Liebe: Die von Gott geschenkte Liebe, die wir wieder Gott entgegenbringen können (V. 20).
 Deshalb ist Christsein wirklich in den wenigen Worten des Monatsspruchs zusammen gefasst (siehe oben)!

 

Euer/ Ihr Pfr. Jörg Zogass

 

Andacht aus der Juli-Baustelle

„Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!

Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen,

bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!“
(Hosea10,12)

 

Vierzehn Kapitel Leidenschaft. Vierzehn Kapitel Zorn. Alles kommt vor im Prophetenbuch Hosea, was auch heutzutage die Medien zu berichten wissen: die Gier, die den Hals nicht voll genug kriegt; der Einsatz der Schläue, wie man Gesetze umgeht, um die Götter mit den Namen „Reichtum“ und „Wohlstand“ zu mästen.

Zum Tagesgeschäft Israels gehörten auch damals schon – zur Zeit des Propheten Hosea - „Lügen“, „Morden“, „Stehlen“, Zerstörung der Familien im „Rausch der Triebhaftigkeit“.

Wer jetzt denken sollte, dass der Prophet da aber mächtig die Keule der Moral schwingt, weil ihm wohl dies oder jenes nicht passt, kennt nicht den Sinn prophetischer Worte und will möglicherweise auch nichts davon wissen, wozu das eigene Herz fähig ist. Dabei wäre es schon etwas Großes, wenn manche Herren in der Autoindustrie oder sonst wo etwas durchgreifender erschrecken würden über ihre volksverdummenden Manipulationen und sich anschickten, mit tätiger Reue die Milliarden zu investieren, die nötig sind für den nächsten Schritt und viele weitere Schritte im Respekt vor der Schöpfung Gottes und der Zukunft unserer Enkel.

Moralische Selbstverbesserung. Ja, das ist schon etwas. Aber oft genug ist das nur etwas Notgedrungenes, um eine bessere Fassade zu zeigen. Vor Gott aber geht es um etwas viel Tiefgreifenderes.

„Du hast die Erkenntnis Gottes verworfen“ sagt der Prophet im Namen Gottes. „Es ist Zeit, den Herrn zu suchen.“ Das ist der Urimpuls aller prophetischen Rede. Menschen mögen mit müdem Lächeln von oben herab zur Kenntnis geben, dass man ihnen im 21.Jahrhundert mit Gott bitte nicht mehr kommen möge.... Die Zukunft wird ihnen nicht gehören.

Die Zukunft und die Ewigkeit liegen in Gottes Händen. Und er schenkt sie denen, die von den Thronen ihrer selbstherrlichen Taten hinabsteigen, sehr still werden, ihr Herz öffnen, Gottes Stimme suchen und anfangen, zu buchstabieren, was denn wohl Gerechtigkeit in ihren sehr persönlichen Entscheidungen bedeuten will und was (mal nicht die Welt der Schlager, sondern) die Bibel meint, wenn sie von der Liebe und ihrer Frucht spricht.

Ihretwegen, meinetwegen, einer hellen Zukunft wegen, alles in allem: Gottes wegen.

Das prophetische Wort: Mit der Feststellung, dass es auch nach über 2700 Jahren ohne Wenn und Aber als Gottes lebendiges gegenwärtiges Wort Eingang finden will in die Grundentscheidungen Ihres und meines Lebens,

grüßt Sie

 

Ihr/Euer Pfarrer i.R. Gerd Schilling