Andacht aus der November-Baustelle:

 

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,
von Gott aus dem Himmel herabkommen,
bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
(Offenbarung 21,2).

 

 Die Welt, wie wir sie kennen, wird einmal untergehen. Angesichts der vielen politischen Spannungen und Bedrohungen des Friedens in der Welt ist ein Weltuntergang, den wir Menschen selbst herbeiführen, wieder wahrscheinlicher geworden.

 

 Das macht vielen Menschen Angst. Der Untergang unserer Welt, wie der Seher Johannes ihn ankündigt, ist allerdings kein Horrorszenario. Diese Welt wird einmal vergehen - aber, um Platz zu machen für etwas ganz Neues und Wunderschönes. Der neue Himmel und die neue Erde aus biblischer Sicht übersteigen unsere menschlichen Vorstellungen. Darum sprechen die Weissagungen der Bibel nur in Bildern von diesen Ereignissen. Johannes sieht eine Stadt, ein neues Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen. Es ist nicht die Stadt, die heute im Mittelpunkt weltpolitischer Konflikte steht, sondern ihr himmlisches Gegenstück.

 

 Es folgt noch ein zweites Bild: Die himmlische Stadt gleicht einer geschmückten Braut. Der Seher drückt hier etwas aus, das im Alten und Neuen Testament vom Volk Gottes gesagt wird:

 

 Das Volk Gottes ist die Braut, mit der Gott, mit der Jesus Christus, sich vermählen will. Das neue Jerusalem ist ein Bild für alle Erlösten, die in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben und die neue Erde bewohnen sollen - eine neue Welt, in der es alles, was hier unser Leben bedrängt und bedroht, nicht mehr geben wird.

 

 Zur himmlischen Gemeinde gehören nach biblischem Zeugnis alle, die am Weg des Glaubens und Vertrauens auf Jesus bis zum Ende festgehalten haben. Aber schon jetzt tragen alle, die in diesem Leben Jesus folgen, „ein Stück vom Himmel“ in sich - so wie es Paulus ausgedrückt hat: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel“! (Philipper 3,20)

 

 Euer/ Ihr Pfr. Jörg Zogass

 

Andacht aus der Oktober-Baustelle:

 

All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir,
mein Seufzen ist dir nicht verborgen.    (Psalm 38,10)

 

 Oft sah man ihn dort sitzen. In seinem Schmerz. Auf der Bank vor den Gräbern seiner vier kleinen Kinder. Innerhalb von 13 Tagen waren sie ihrer Mutter und ihrem Vater genommen worden. Den ungeheuren Schmerz, den Eltern angesichts einer solchen Erfahrung erlebt, erlitten und durchlitten haben, kann wohl nur jemand wirklich nachempfinden, der von der gleichen oder einer ähnlichen Erfahrung sprechen kann.
 Es gibt ein „Sehnen“ und ein „Seufzen“, das nach schrecklichen Erfahrungen Herz und Seele verbittern, vergiften und zerstören kann. Wenn wir uns mutterseelenallein auf dieser Erde sehen. Wenn uns die Ewigkeit nur als ein Fake-Traum erscheint. Wenn bei allem Schmerz am Ende die abgrundtiefe Warumfrage nicht mehr und mehr abgelöst wird von der viel schwergewichtigeren Wozufrage.
 Welch´ ein segensreiches Werk ist da einmal – vor 146 Jahren – in Gang gesetzt worden: B E T H E L. Wie vielen Kranken, die als epileptisch „Unbrauchbare“ ein einsames, entwürdigtes Leben ins Abseits geführt hatte, wie vielen „Brüdern von der Landstraße“ ist dieses Dorf bei Bielefeld zur Heimat einer großen Familie geworden, seitdem der westfälische Pastor Friedrich von Bodelschwingh der Bitte gefolgt war, sich dieser Menschen anzunehmen.
 „Vater Bodelschwingh“, der „genialste Bettler Deutschlands“, hätte es weit von sich gewiesen, als Urheber, Gestalter, Chef und Alleskönner im Dienste für diese Menschen gefeiert und angesehen zu werden. Er hat es immer als ein Werk Gottes gesehen, desselben Gottes, vor dem er in jungen Jahren voller Schmerz auf der Bank vor den Gräbern seiner vier Kinder saß.
 Was das Herz des jungen leidgeprüften Pastors und das Herz des altgewordenen Bodelschwingh immer bewegt hatte, war im Licht der menschgewordenen Liebe Gottes das Bekenntnis: „Es geht kein Mensch über die Erde, den Gott nicht liebt.“ Er wusste sich von Gott angesehen in seinem Schmerz, und so gingen seine Augen und sein Herz noch weiter auf für die Nöte anderer Menschen.
 Dass wir in stillen Stunden bedenken, was diese Sicht des Herzens auch bei tief schmerzenden eigenen Erfahrungen für die weitergehenden Wege, die Worte und die Taten unseres Lebens bedeuten kann,
wünscht Ihnen wie auch täglich mir von Herzen

                                   Ihr/Euer Pfarrer i.R. Gerd Schilling

 

Andacht aus der September-Baustelle:

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk,
das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Prediger 3,11

 

Mit diesem Monatsspruch im September wird unsere Aufmerksamkeit auf das Lebensende gelenkt. Denn dies 3. Kapitel beginnt mit den Worten: "Ein jegliches hat seine Zeit, geboren werden und sterben hat seine Zeit" Und dann wird dort gesagt, das jeder von uns in seinem Herzen eine Ahnung hat, dass unsere Existenz mehr umfasst als die Zeit auf dieser Erde!!

Es ist oft skeptisch gefragt worden, woher denn die Christen das so genau wissen wollen? Ich frage zurück: Wie sollte man eine so undenkbare Sache wie 'Ewigkeit' auch nur denken können, wenn es sie gar nicht gäbe? Und wer kann uns denn im Gegenteil beweisen, dass nach dem Tod alles aus sein soll? Nein, wir halten es mit diesem Jahrtausende alten Wort der Bibel: "Gott hat die Ewigkeit in ihr Herz gelegt!"

Im tiefsten Inneren wissen es alle genau, dass ihre Menschenjahre in den großen Zusammenhang fest eingewoben sind, der Ewigkeit genannt wird und über den Gott der Herr ist. Nicht ob es eine Ewigkeit gibt ist also zu diskutieren. Die einzig entscheidende Frage lautet, wo wir die Ewigkeit zubringen werden.

Die Bibel sagt uns mit vielen Bildern, in etlichen Gleichnissen und Erklärungen der Apostel, dass es hier zwei Möglichkeiten gibt: Wir können die Ewigkeit zubringen in der Gemeinschaft mit Gott dem Vater, oder in der ewigen Trennung von ihm. Das soll keine Angstmache sein, sondern es ist deshalb so deutlich gesagt, damit es doch nicht so komme, dass wir in Ewigkeit ohne den Vater im Himmel sind. Wir sind eingeladen zu einem LEBEN mit ihm, damit einmal auch unser STERBEN in ihm geschehen kann und wir in seiner Gegenwart das ewige Leben haben. Wir sind eingeladen, seine Kinder zu sein. Geborgen wie Kinder. Sorglos wie Kinder. Versorgt wie Kinder - selbst und grade an der Stelle, an der kein anderer mehr für uns sorgen kann: Wenn unser Tag gekommen ist und es über uns heißt: Für dich hat das Sterben jetzt seine Zeit. Sofern wir Kinder Gottes sind, können wir auch im Schwersten und Dunkelsten getröstet sein. Und sofern wir keine Kinder Gottes sind, sind wir doch eingeladen, es zu werden.

GOTT sagt: Du, Mensch, ich habe doch meine Ewigkeit in dein Herz gelegt, damit du sie mit mir zubringen kannst. Damit du geborgen sein wirst in meinem Haus, wenn du einmal hier dein Haus verlassen musst. Lass dich einladen, von heute an mit mir zu leben.

 

Pastor Frank Schröder